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Rasen anlegen

Ein neuer Rasen gelingt vor allem mit gutem Boden, der richtigen Mischung und Geduld in den ersten Wochen. Die Schritte unten folgen dem „Basiswissen Rasenbau“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)1. Rasen ist die bequemste Spielfläche und die aufwendigste Grünfläche zugleich; wo nicht gespielt wird, kann eine Blumenwiese die bessere Wahl sein.

1. Den passenden Rasen wählen

Die Norm DIN 18917 unterscheidet Rasentypen nach ihrer Nutzung. Die LWG fasst sie so zusammen1:

RasentypTypische NutzungSchnitte pro Jahr
Zierrasen („Englischer Rasen“)Repräsentation, z. B. Vorgarten30–60
GebrauchsrasenHausgarten, öffentliche Grünanlagen8–20
LandschaftsrasenStraßenbegleitgrün, Rekultivierung1–3

Für den Hausgarten empfiehlt die LWG den Gebrauchsrasen – den „Allrounder“, trittfest und ansehnlich, meist mit der Regelsaatgutmischung RSM 2.3 „Gebrauchsrasen-Spielrasen“. Der kurz geschorene Zierrasen ist im Hausgarten in der Regel ungeeignet, abgesehen vom Vorgarten1. Achten Sie beim Kauf auf das Kürzel RSM im Kleingedruckten2. Billige Mischungen enthalten oft viel schnell wachsendes Weidelgras und befriedigen auf Dauer nicht1.

2. Den Boden vorbereiten

Rasengräser wurzeln flach; die LWG nennt für die Rasentragschicht eine Stärke von etwa 15 Zentimetern1. Für den Hausgarten ist ein lehmiger Sandboden optimal. Meist ist der Boden zu lehmig, dann wird Sand eingearbeitet – aber nur, wenn der Boden trocken genug ist, sonst leidet das Bodengefüge1.

Eine einfache Bodenuntersuchung zeigt, ob eine Grunddüngung nötig ist; der pH-Wert sollte für Rasen im leicht sauren Bereich liegen (6 bis 7)1. Bei der Neuanlage lässt sich gütegesicherter Fertigkompost einarbeiten; als Richtwert nennt die LWG 12 bis 18 Liter je Quadratmeter, das Nährstoffdepot reicht – außer für Stickstoff – ein bis drei Jahre1.

3. Planieren und vorwalzen

Die Fläche wird eben gezogen, Steine und Pflanzenreste werden abgerecht. Für repräsentative Flächen erlaubt die von der LWG zitierte Norm höchstens 3 Zentimeter Abweichung von der Ebenheit. Vor der Saat wird die Fläche rückverdichtet, damit größere Erdklumpen zerdrückt werden („vorwalzen“)1.

4. Säen – zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge

  • Zeitpunkt: Die Bodentemperatur muss mindestens 8 °C betragen, optimal sind 14 bis 25 °C. Die besten Ergebnisse gibt es von Mitte April bis Mitte Juni und von August bis Mitte September. Der Rasen läuft nach zwei bis drei Wochen auf, Weidelgras schon nach sieben bis neun Tagen1.
  • Menge: im Regelfall 25 Gramm je Quadratmeter, bei sehr frühen oder späten Terminen 30 Gramm1.
  • So geht’s: Kleine Flächen von Hand in zwei sich kreuzenden Durchgängen säen, möglichst bei Windstille. Das Saatgut etwa einen halben Zentimeter tief einrechen, anwalzen und mit einem feinen Regner angießen, damit die Oberfläche nicht verschlämmt1.

5. Gießen in den ersten Wochen

Sobald das Saatgut feucht geworden ist und keimt, darf es nicht mehr austrocknen. Die Gartenakademie empfiehlt in den ersten drei Wochen alle ein bis zwei Tage 5 (bis 10) Liter je Quadratmeter, danach ein- bis zweimal pro Woche 10 bis 15 Liter. Bei großer Hitze kann man mehrmals täglich kurz überbrausen3. Den eingewachsenen Rasen gießt man erst bei beginnendem Trockenstress, dann aber durchdringend mit etwa 15 bis 20 Litern je Quadratmeter. Häufiges Gießen kleiner Mengen erzeugt flache, trockenheitsanfällige Wurzeln; morgens gießen ist wirksamer als abends3. Mehr dazu unter Garten bewässern.

6. Der erste Schnitt

Gemäht wird zum ersten Mal auf etwa 5 Zentimeter; pro Schnitt sollte höchstens die Hälfte der Halmlänge abgeschnitten werden1. Für den späteren Gebrauchsrasen nennt die LWG eine Schnitthöhe von 3,5 bis 4,5 Zentimetern und 8 bis 20 Schnitte im Jahr1. Benutzbar ist ein gesäter Rasen nach etwa zwei bis drei Monaten1.

Alternative: Rollrasen

Fertig- oder Rollrasen ist nach drei bis fünf Wochen voll belastbar und lässt sich auch im Spätherbst verlegen, wenn eine Ansaat riskant wäre. Weil die aufwendige Anfangspflege entfällt, ist der Preisunterschied nach Einschätzung der LWG kleiner, als er zunächst scheint1.

Statt Rasen: eine Blumenwiese

Ein Spielrasen ist ökologisch nicht besonders wertvoll, doch schon Gänseblümchen im Rasen bieten Insekten mehr als reine Grasflächen4. Wo nicht gespielt wird, kann eine Blumenwiese die bessere Wahl sein: Sie muss nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden4 – als Spielfläche taugt sie allerdings nicht. Zwei Hinweise der LWG sparen Enttäuschungen:

  1. Nicht einfach einsäen. „Teures Kräutersaatgut einfach in einen normalen Rasen zu säen, funktioniert nicht“ – die Rasengräser sind zu konkurrenzstark. Besser: alte Rasennarbe abziehen, den Oberboden mit etwa 5 cm Sand oder Kies abmagern, planieren und das feine Saatgut nur oberflächlich ablegen und anwalzen, meist 1 bis 3 g je m²4.
  2. Sonne ist Pflicht. „Artenreiche Blumenwiesen brauchen Sonne!“4 Stark schattige Bereiche eignen sich höchstens für Saummischungen5.

Wer nur einen Teil umwandeln will, kann punkt- oder streifenweise im zeitigen Frühjahr die Grasnarbe entfernen und dort einsäen – oder kleinere Flächen mit Wiesenstauden bepflanzen4.

Die Wiese pflegen

Abschnittsweise mähen, damit immer ein Teil blüht; das Schnittgut ein paar Tage trocknen lassen, damit Samen ausfallen, und dann abräumen. Einige Partien bis zum nächsten Sommer stehen lassen – sie dienen als Winterquartier. Wege durch die Wiese entstehen einfach durch regelmäßig gemähte Streifen5. Das Gänseblümchen und typische Wiesenblumen – Wiesen-Margerite, Wiesen-Salbei, Wiesen-Witwenblume, Klatschmohn – stellt das Blumenlexikon vor.

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