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Zuletzt geprüft:

Landesgartenschau Neustadt an der Weinstraße 2028

Kurzinfo

Zeitraum
06.04.2028 – 15.10.2028
Status
geplant
Ort
Neustadt an der Weinstraße
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Format
Landesgartenschau
Geprüft
· Quellen1,2

Die Landesgartenschau Neustadt an der Weinstraße findet vom 6. April bis 15. Oktober 2028 statt1. Ursprünglich war sie für 2027 geplant; der Ministerrat von Rheinland-Pfalz stimmte am 10. März 2026 der Verschiebung auf 2028 zu2. Als Grund nennt die Gesellschaft Verzögerungen im Bauablauf zu Beginn des Jahres 20263. Mehr als 2.000 Veranstaltungen sind angekündigt4.

Zum Termin: In den häufigen Fragen der Schau steht an einer Stelle als Ende der 19. Oktober 2028, an anderer Stelle – wie auf der Ticketseite – der 15. Oktober3. Dieselbe Antwort nennt „über 193 Tage“; vom 6. April bis 15. Oktober 2028 sind es genau 193 Tage, bis zum 19. Oktober wären es 197 (eigene Rechnung). Wir übernehmen deshalb den 15. Oktober und prüfen den Termin erneut.

2027: „Vorblühen“ statt Landesgartenschau

Wer 2027 nach Neustadt fährt, findet dort noch keine Landesgartenschau, sondern das Gartenfest „Vorblühen“: vom 15. April bis 17. Oktober 2027 auf der Dr.-Welsch-Terrasse5. Die Schau bewirbt dafür eine gemeinsame Dauerkarte für beide Jahre unter dem Satz „Zwei Sommer – eine Karte.“5. Preise nennen wir nicht; sie stehen bei der Schau.

Die Dr.-Welsch-Terrasse ist selbst ein Stück Gartengeschichte. Der Haardter Pfarrer Theodor Welsch legte die Anlage hoch über der Stadt Ende des 19. Jahrhunderts an – mit Springbrunnen, Aussichtspunkt, Brücke und orientalischem Pavillon – und vermachte sie 1910 der Stadt. 1928 wurde sie mit mediterranen und exotischen Pflanzen neu gestaltet, später verfiel sie und wurde in den 1980er-Jahren wiederbelebt. Für die Gartenschau wird die denkmalgeschützte Anlage saniert: Wege, Plätze und Treppen, Ergänzung mit klimaangepassten Pflanzen, neue Möbel, ein neuer Spielplatz; ein Großteil soll künftig barrierefrei zugänglich sein6. Ab 2028 ist sie wieder öffentlich zugänglich3.

Das Gelände

Nach Angabe der Schau wächst auf 30 Hektar ein neuer Grünraum5. Als Themen nennt sie „Blütenmeer und Naturoase, Blumenkunst und Wildnis“5.

Der Landschaftspark entsteht im Osten Neustadts auf einem bisher ungenutzten ehemaligen Industriegebiet7. Seine Teile:

  • Panoramaberg: ein früherer Deponiehügel, erreichbar über einen barrierefreien Bergweg,
  • Speyerbach: ein renaturierter Bachlauf, an dem man ans Wasser kommt,
  • Neubachwiesen: naturnaher Lebensraum, unter anderem mit einem Weidendom,
  • Sportpark: vier Sportfelder, eine Boulderwand und Calisthenics-Geräte.

Der Park soll nach der Schau als dauerhafte Parklandschaft bleiben7. Er liegt zwischen der Landwehrstraße am S-Bahnhof Böbig und der Branchweilerhofstraße, eingerahmt von Rehbach und Speyerbach, und umfasst die Flächen zweier stillgelegter Deponien (Haidmühle und Maifischgraben) sowie frühere Industrieflächen3. Den Wettbewerb gewann das Planungsbüro Atelier Loidl; die Leitidee der Bewerbung hieß „Ein Sprung ins Grüne für Neustadt“ – ein zusammenhängender Grünraum zwischen Innenstadt und Ordenswald, mit neuen Rad- und Fußwegen und Verbindungen zu den Stadtteilen Böbig und Branchweiler8.

Kreislaufwirtschaft als Leitbild

Neustadt bezeichnet seine Schau als erste Landesgartenschau Deutschlands, die sich am Prinzip „Cradle to Cradle“ (C2C) orientiert – Materialien sollen in Kreisläufen bleiben9. Praktisch heißt das: Beton, Stahl, Pflastersteine und Holz aus dem Gelände werden aufbereitet und als Trockenmauern, Treppen, Sitzgelegenheiten oder Spiellandschaften wieder eingebaut; Bodenaushub bleibt vor Ort9. Dazu passt die Panoramabar mit CO₂-reduziertem Beton (siehe unten).

Das Bildungsangebot „Lernort Gartenschau“ greift das auf und behandelt die Themen Natur, Wasser, Wein und Demokratie. 2027 sind beim „Vorblühen“ Angebote von Naturschutzverbänden wie NABU, BUND und Pollichia geplant, 2028 rund 500 Kurse an Lernstationen im Landschaftspark10.

Eine Besonderheit ist die Panoramabar am höchsten Aussichtspunkt des Areals. Die Schau beschreibt sie als erstes Bauwerk in Deutschland mit CO₂-reduziertem Beton5 – eine Angabe des Veranstalters, die wir nicht unabhängig prüfen konnten.

Anreise

Der Landschaftspark beginnt an der Landwehrstraße beim S-Bahnhof Böbig3; die Dr.-Welsch-Terrasse liegt nordwestlich der Innenstadt am Stadtteil Haardt3. Weitere Angaben zu Anreise, Parkplätzen und Eingängen hat die Schau bei unserer Prüfung am 17. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Wir ergänzen sie vor der Saison 2027 (Vorblühen) bzw. 2028.

Ermäßigungen und Parken

Eine Ermäßigung allein für Rentnerinnen und Rentner gibt es nicht: Die Veranstalter schreiben in ihren FAQ, sie hätten sich bewusst gegen einen gesonderten Rabatt aufgrund des Rentnerstatus entschieden und knüpften Ermäßigungen an andere Kriterien. Ermäßigt sind danach Schülerinnen, Schüler und Studierende bis einschließlich 25 Jahre, Schwerbehinderte (mit Merkzeichen B hat die Begleitperson freien Eintritt), Freiwilligendienstleistende und registrierte Ehrenamtliche der Schau, außerdem Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld, Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II), Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII), Hilfe zum Lebensunterhalt und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz; hinter dieser Aufzählung der Leistungen steht in den FAQ „über 25 Jahre“. Wer Grundsicherung im Alter bezieht, gehört damit zu den ermäßigten Gruppen. Die Eintrittspreise für 2028 standen bei unserer Prüfung am 18. Oktober 2026 noch nicht fest3. Angaben zu Parkplätzen hat die Schau noch nicht veröffentlicht.

Einordnung

Für die siebte rheinland-pfälzische Landesgartenschau 2032 hat das Land das Bewerbungsverfahren ohne Zuschlag beendet11. Alle Termine: Kalender; das Land im Überblick: Bundesländer.

Daten zuletzt geprüft am