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Maiglöckchen
Convallaria majalis · Spargelgewächse (Asparagaceae)
Steckbrief
- Familie
- Spargelgewächse (Asparagaceae)
- Lebensform
- Staude
- Wuchshöhe
- bis 20 cm
- Blütezeit
- Mai bis Juni
- Blütenfarbe
- weiß, nickende Glocken
- Standort
- Wälder, Gebüsche und Gärten
- Heimisch
- ja (laut Landesanstalt)
- Giftig für Menschen
- gering giftig bis giftig – Alle Teile enthalten Giftstoffe, besonders Blüten, Beeren und Blätter. Verwechslungsgefahr mit Herbstzeitlose und Bärlauch.1,2
- Giftig für Haustiere
- stark giftig (+++) – Für alle Tiere giftig.3
Erkennen
Das Maiglöckchen ist eine ausdauernde Staude von bis zu 20 Zentimetern Höhe. Von Mai bis Juni trägt es weiße, nickende Glockenblüten in Trauben, ab Juli rote Beeren2. Die Blätter sind breit-lanzettlich und stehen meist zu zweit3.
Genauer beschreibt es FloraWeb, das Pflanzenportal des Bundesamts für Naturschutz: Die Pflanze überdauert mit einem kriechenden Wurzelstock (Rhizom) im Boden – Botaniker nennen solche Pflanzen Geophyten. Aus dem Rhizom entspringen meist zwei, selten eine bis vier Blätter, bis 22 Zentimeter lang. Die Blüten sind 5 bis 9 Millimeter lange, glockige, verwachsene weiße Glöckchen, die nickend in einer einseitswendigen Traube an einem kantigen Stängel hängen; sie duften stark. Die Frucht ist eine rote Beere5.
Zur Familie: FloraWeb führt das Maiglöckchen als eigene Familie der Maiglöckchengewächse (Convallariaceae), das BfR ordnet es den Spargelgewächsen (Asparagaceae) zu5,2. Beide Zuordnungen finden sich in Fachquellen – die botanischen Systeme unterscheiden sich hier.
Im Garten
In der Natur wächst das Maiglöckchen in Wäldern und Gebüschen2. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau führt es als heimische Art unter den Stauden für absonnige Standorte an der Nordseite des Hauses und unter Gehölzen4. Damit eignet es sich für Ecken, in denen viele Blütenstauden zu wenig Licht bekommen. FloraWeb nennt als natürliche Standorte mäßig trockene bis frische Laubmischwälder und ihre Säume, Gebüsche, Hecken und Parkanlagen5. Mit seinem kriechenden Wurzelstock kann es sich ausbreiten. Pflanzen Sie es deshalb nicht dort, wo kleine Kinder spielen und an die Beeren kommen könnten.
Giftig – für Mensch und Tier
Alle Pflanzenteile enthalten Giftstoffe, besonders Blüten, Beeren und Blätter2. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn stuft das Maiglöckchen als „gering giftig – giftig“ ein1. Für Haustiere gilt es als stark giftig (+++)3.
Die Verwechslung mit Bärlauch
Gefährlicher als der Garten ist der Wald im Frühjahr: Die jungen Blätter des Maiglöckchens ähneln denen des Bärlauchs. Das BfR warnt, dass Bärlauch mit dem giftigen Maiglöckchen und der sehr giftigen Herbstzeitlose verwechselt wird, und rät, Bärlauch nur bei sehr genauer Kenntnis der Unterschiede selbst zu sammeln – im Zweifel lieber nicht6.
Wer Bärlauch im Garten anbaut, sollte ihn deshalb nicht direkt neben Maiglöckchen setzen.
Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose: die Unterschiede
Die drei Pflanzen wachsen teils an ähnlichen Orten – Bärlauch und Maiglöckchen beide in Laubwäldern –, und ihre jungen Blätter sehen sich ähnlich. Die Merkmale nach FloraWeb:
| Merkmal | Bärlauch | Maiglöckchen | Herbstzeitlose |
|---|---|---|---|
| Blätter | 1–2 grundständige Blätter, 2–5 cm breit, elliptisch-lanzettlich, mehr oder weniger gestielt, Lauchgeruch7 | meist 2 (1–4) breit-lanzettliche Blätter aus dem kriechenden Wurzelstock, bis 22 cm lang5 | dunkelgrüne, dickliche Blattrosette im Frühjahr, Blätter bis 35 cm, oft mit der Fruchtkapsel in der Mitte8 |
| Blüte | weiß, 6–20 Blüten in einer Scheindolde, April bis Mai7 | weiße, nickende Glöckchen in einer einseitigen Traube, Mai bis Juni, stark duftend5 | blassviolett, selten weiß, im Spätsommer und Herbst ohne Blätter8 |
| Standort | frische bis feuchte Laubwälder, besonders Au- und Hangwälder, alte Gärten und Parks7 | mäßig trockene bis frische Laubmischwälder und ihre Säume, Gebüsche, Hecken, Parks5 | frische bis wechselfeuchte, extensiv genutzte Wiesen, Auwälder und ihre Ränder8 |
| Giftigkeit | – | gering giftig bis giftig1 | sehr giftig, tödliche Vergiftungen möglich1,6 |
Diese Übersicht ersetzt keine Bestimmung im Gelände. Das BfR rät, Bärlauch nur zu sammeln, wenn man die Unterschiede sehr genau kennt6. Den Bärlauch selbst finden Sie im Blumenlexikon.
Wenn etwas verschluckt wurde
Pflanzenreste aus dem Mund entfernen, ein Giftinformationszentrum anrufen, kein Erbrechen auslösen6. Mehr: Giftpflanzen im Garten.
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- Beet anlegen – welche Pflanze an welchen Platz