Zuletzt geprüft:
Hochbeet anlegen
Ein Hochbeet ist bequem: Die Arbeitshöhe schont den Rücken, Schnecken haben es schwerer, und die Erde erwärmt sich durch die Sonne auf den Seitenwänden schneller – die Gartensaison kann früher beginnen1. Es eignet sich besonders dort, wo es keine Pflanzfläche gibt (Balkon, Schulhof), wo der Gartenboden schwer, staunass oder steinig ist, oder wenn bequemes Arbeiten im Stehen oder Sitzen nötig ist2.
Die richtigen Maße
Breite: höchstens 1 bis 1,20 Meter, damit man das Beet von beiden Seiten gut pflegen und beernten kann1. Steht es an einer Wand und ist nur von einer Seite zugänglich, bauen Sie es schmaler2.
Höhe: Rund 80 Zentimeter reichen in der Regel für eine angenehme Arbeitshöhe1. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz nennt 80 Zentimeter als gut für sitzendes Arbeiten und kleinere Menschen, bis 100 Zentimeter für große Menschen, die im Stehen arbeiten. Für Kinder richtet sich die Höhe nach der Körpergröße: Die ausgestreckten Arme sollen die Beetmitte erreichen. Unterfahrbare Tischbeete eignen sich für Menschen im Rollstuhl2.
Länge und Form sind frei wählbar – vom Weinkistenbeet bis zum mehrere Meter langen Beet2.
Bauen: Material und Standfestigkeit
Gebaut wird aus Holz, Stein, Weidengeflecht oder sogar aus Säcken; auch Euro-Paletten lassen sich wiederverwenden. Als beständige Hölzer nennt die rheinland-pfälzische Broschüre unter anderem Lärche und Douglasie2. Wichtig ist die Stabilität: Die Erdfüllung drückt stark nach außen, deshalb empfiehlt sich etwa alle Meter ein Pfosten, der tief genug im Boden steckt2.
Innen wird das Hochbeet mit einer Noppenfolie ausgekleidet; am Boden schützt ein Gitter vor Wühlmäusen – auf versiegelten Flächen ist das nicht nötig1. Der beste Platz ist sonnig; ideal ist eine Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung2.
Füllen: Schichten oder Substrat?
Klassisch wird das Hochbeet in Schichten gefüllt, abgeleitet vom Hügelbeet: von unten nach oben Gehölzschnitt, Gartenabfälle, Kompost und Komposterde. Beim Verrotten entsteht Wärme, und es werden laufend Nährstoffe frei. Der Nachteil: Die Füllung sackt zusammen, nach drei bis vier Jahren muss man auffüllen oder neu aufbauen2. In den ersten Jahren wird so viel Stickstoff frei, dass sich das Beet gut für stark zehrende Gemüse wie Tomaten, Paprika, Kohl, Lauch und Sellerie eignet1.
Mit reinem Substrat gefüllt sackt das Beet kaum, und man braucht kein eigenes Gartenmaterial – das ist die Lösung für flache Beete, Tischbeete und Balkongärtner. Dafür fehlt die Rottewärme, und das Substrat kostet Geld2. In flachen Beeten mit nur 20 bis 30 Zentimetern Wurzelraum lohnen sich Wurzelgemüse und Kartoffeln nicht2.
Was wann ins Beet kommt
Die Landesanstalt in Veitshöchheim empfiehlt, zuerst an die „Platzhirsche“ des Sommers zu denken – Tomaten, Zucchini oder Paprika brauchen 50 bis 60 Zentimeter Abstand1. Ein Jahresplan nach ihrem Vorschlag:
- ab Ende März: Radieschen, Möhren, Rettich und Rucola säen; Pflücksalate pflanzen (bei Nachtfrost mit Vlies abdecken),
- April bis Juni: Mangold und Buschbohnen säen; Rote Bete, Brokkoli und Salate pflanzen, nach den Eisheiligen Mitte Mai auch Tomaten, Zucchini, Kohlrabi, Paprika und Küchenkräuter,
- Juni bis August: noch einmal Radieschen, Spinat und Rettich säen; Kohlrabi, Salate wie Eichblatt und Endivien, Chinakohl und Feldsalat pflanzen – und Grünkohl, der erst nach dem ersten Frost geerntet wird und das Beet bis ins Frühjahr ziert1.
Dauerkulturen wie Schnittlauch und Erdbeeren stehen am besten an den Schmalseiten, einjährige Kräuter wie Basilikum an der Südseite1. Bienenfreundliche Stauden und Blumen lockern das Beet auf2 – Anregungen finden Sie im Blumenlexikon.
Pflege: gießen und nachdüngen
Hochbeete trocknen schneller aus als ebenerdige Beete. Die Faustregel der Landesanstalt bei sommerlichem Hochdruckwetter: 3 Liter Wasser je Quadratmeter und Tag1. Ab dem zweiten Jahr arbeitet man im Frühjahr 100 bis 200 Gramm Horngrieß je Quadratmeter ein; wer mit Grünschnitt mulcht, kommt mit weniger Dünger aus1. Mehr zum sparsamen Gießen: Garten bewässern.
Weiter
- Beet anlegen – das ebenerdige Staudenbeet
- Garten bewässern · Gartengestaltung
- Gemüse zum Anschauen: der Themengarten „Willkommen auf dem Stadtacker“ auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis 2026; kommende Schauen im Kalender