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Gartengestaltung
Gute Gartengestaltung beginnt nicht mit der Pflanzenliste, sondern mit einem Plan. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt „ein klares Planungskonzept mit Einteilung in verschiedene Gartenbereiche von Anfang an“ – dazu solide Wege, Terrassen, Übergänge und Beetränder1. Wie Sie Nutzung und Pflegeaufwand festlegen, steht im Artikel Garten planen. Hier geht es um die Gestaltung: Räume, Materialien, Pflanzen und Wasser – und um Ideen, die Sie auf Gartenschauen live sehen können.
1. Gartenräume bilden
Ein Garten wirkt größer und ruhiger, wenn er in Bereiche gegliedert ist: Sitzplatz, Rasen- oder Wiesenfläche, Beete, Gemüse. Jeder Teil lässt sich unterschiedlich nah an natürliche Abläufe anpassen – vom gepflegten Rasen bis zur Blumenwiese2. Trennen können Hecken, Staudenbänder, Rankgerüste oder ein Wechsel im Belag. Sichtschutz und Hecken behandelt der Artikel Sichtschutz im Garten.
Im kleinen Garten gilt: Wer etwas für die Tierwelt tun möchte, „muss nicht gleich alles umkrempeln“. Schon eine Vogeltränke, ein Steintrog oder ein kleines Wasserbecken sind ein Anfang1.
2. Wege und Plätze: wenig versiegeln
Terrassen und Wege bekommen am besten einen wasserdurchlässigen Belag – Platten oder Pflaster im Kiesbett oder eine wassergebundene Decke2. Das hält Regenwasser im Garten und vermeidet Pfützen. Wege sollten gut befestigt und leicht erhöht sein, mit 1 bis 2 Prozent Seitengefälle1. Details: Wege und Plätze.
3. Pflanzen in Schichten
Ein gestalteter Garten hat Höhen: Bäume und Sträucher als Gerüst, Stauden und Gräser als Füllung, Zwiebelpflanzen und Bodendecker als unterste Schicht. Zwei Grundsätze der Gartenakademie:
- Standort vor Optik: „Je genauer die Pflanzenzusammenstellung zum Standort passt, umso pflegeleichter wird sie.“ Eine deckende Pflanzung mit Bodendeckern hält unerwünschte Kräuter klein2.
- Zierformen sparsam: Prächtige Zierformen haben oft nur geringen Wert für die Umwelt und sollten nur in kleiner Zahl im Garten stehen2. Wildbienen sind teils auf ganz bestimmte heimische Pflanzen angewiesen – die Landesanstalt rät, unbedingt auch heimische Stauden zu pflanzen3.
Im Blumenlexikon finden Sie 131 Pflanzen mit Blütezeit, Höhe und Standort – filterbar nach Blütemonat, sodass Sie ein Beet planen können, das vom Frühjahr bis in den Herbst blüht.
4. Wasser einplanen
Ein Gartenteich ist Tränke und Lebensraum zugleich; frostsicher sind Teiche ab 80 Zentimetern Wassertiefe1. Regenwasser aus Tonne oder Zisterne ist das beste Gießwasser4. Mehr: Gartenteich und Garten bewässern.
5. Naturnah gestalten
Wer einen Naturgarten anstrebt, findet in den Kriterien der bayerischen Gartenplakette „Bayern blüht – Naturgarten“ einen Leitfaden. Zu den Kernkriterien gehört der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel – ersetzt durch standortgerechte, robuste Pflanzen, Mulchen, Hacken, Nützlingsförderung und mechanische Barrieren5. Ein Naturgarten heißt dabei nicht Wildnis, sondern bewusstes Gestalten im Einklang mit der Natur5.
Ideen von den Landesgartenschauen
Gartenschauen sind Ideenbörsen. Die Bayerische Gartenakademie nennt sie ausdrücklich als Quelle für Anregungen; dort informieren Berufsverbände und offizielle Beratungsstellen6. Einige Beispiele aus 2026 und 2027:
- Klimaangepasst gärtnern: Der Themengarten „Grünes Herz – Der Garten Thüringens“ auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis zeigte klimaangepasste Stauden, trockenheitsverträgliche Pflanzen, Mulchsysteme und torfreduzierte Substrate7 – mehr auf der Seite Leinefelde-Worbis 2026.
- Gärten zum Wohlfühlen: In Neuss stimmten rund 8.000 Besucher über die Wohlfühlgärten des Garten- und Landschaftsbaus ab; vorn lag „Human Living meets Nature“8 – siehe Neuss 2026.
- Gärten für den Klimawandel: Für die Gartenschau Bad Urach 2027 entstehen vier Schaugärten mit Dach- und Wandbegrünung, Staudenbeeten für die Artenvielfalt, klimaangepassten Gehölzen, natürlicher Beschattung und sparsamer Bewässerung9 – siehe Bad Urach 2027.
- Gestaltung neu denken: Die Ausstellung „Garden Futures – Designing with Nature“ des Vitra Design Museums war 2026 in Ellwangen zu sehen und fragte, wie Gärten auf Klimawandel und Artenverlust reagieren können10.
Alle kommenden Schauen stehen im Kalender.
Selbst machen oder Fachbetrieb?
Viele Gestaltungsideen lassen sich selbst umsetzen. Für umfangreichere Projekte wie eine Dachbegrünung rät die Landesanstalt, die Planung einem Landschaftsarchitekten und die Ausführung einer Fachfirma des Garten- und Landschaftsbaus zu übertragen11. Eine Entscheidungshilfe: Fachbetrieb oder selbst machen?